Grüezi!

Damit der Schulweg zumutbar ist

Kinder brauchen für eine gesunde persönliche und soziale Entwicklung den Schulweg. Den selbständigen Schulweg, ohne Begleitung von Erwachsenen. Das ist eine Notwendigkeit und ein Recht der Kinder. Um das möglich zu machen, muss allerdings ein bestimmter Level an Verkehrssicherheit und an sozialer Sicherheit gegeben sein – und damit ist die öffentliche Hand gefordert, denn Bau, Gestaltung und Unterhalt von Verkehrsanlagen und Aussenräumen sind fast ausschliesslich eine öffentliche Aufgabe. Ein spezialisierter Langsamverkehrsplaner kann dabei helfen.

Damit Kinder sicher unterwegs sind, müssen Verkehrsanlagen und Aussenräume vor allem auf ihre Fähigkeiten und Voraussetzungen Rücksicht nehmen. Kinder haben viele körperliche und emotionale Besonderheiten, welche im heutigen Verkehrsgeschehen ein Handicap darstellen. Auch mit der besten "Erziehung" kann dies nicht verändert werden.

Beispielsweise die Körpergrösse: Kinder verschwinden schon hinter 80 cm hohen Gegenständen wie Mauern, parkierten Autos und ähnlichem. Und sie können auch nicht darüberhinweg schauen.

Oder ihre Emotionalität: Kinder haben die beneidenswerte Fähigkeit, in einer Gedankenwelt zu versinken noch voll und ganz. (Seien wir zwar ehrlich: Auch Erwachsene bewegen sich oft "abwesend" durch die Gegend....). Sie reagieren dann vollkommen unvorhersehbar und nicht rational.

Sehen und Hören: Kinder haben (wie übrigens SeniorInnen dann auch wieder....) ein eingeschränktes Sichtfeld, das heisst, sie sehen Bewegungen, die wir "am Rande" bereits wahrnehmen, erst später. Zudem ist ihr Richtungshören lange Zeit eingeschränkt, das heisst, sie können nicht feststellen, woher ein Motorengeräusch kommt.

Auch Zusammenhänge des Geschehens als Zusammenhänge wahrnehmen zu können braucht Erfahrung, welche die Kinder noch gar nicht haben, "Näherkommen" bedeutet für sie oft einfach "Grösserwerden", dass dies auch eine Gefahr bedeuten könnte, schliessen sie daraus noch nicht.

Diese und andere Aspekte müssen berücksichtigt werden, wenn ein Gemeindegebiet auf seine Tauglichkeit als Schulweg-Umgebung hin überprüft wird. Und eine solche flächendeckende Überprüfung ist notwendig, damit die Schulwege zumutbar werden – denn letztlich ist nahezu jede Verbindung in einer Gemeinde ein Schulweg.

Trotzdem bedeutet das nicht zwingend riesige Investitionen. Oft ist mit sehr kleinen Anpassungen bereits eine grosse Verbesserung erreichbar. Aber dazu muss der spezialisierte Planer erst mal die Gelegenheit erhalten, das Gemeindegebiet flächendeckend zu analysieren... Geben Sie sie ihm!


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